Erfahrungsbericht BlackBerry Q5

Heute hat uns noch, im Rahmen der OS10 Testhandy Aktion,  ein Erfahrungsbericht zum BlackBerry Q5 ereicht.

Foto: www.itespresso.de
Foto: www.itespresso.de / BlackBerry

Fabian aus der BBSC Deutschland BBM Gruppe hat dich die Mühe gemacht, danke hierfür.

Hier der Bericht:

“ Zuerst möchte ich Sven bzw. dem BBSC danken, diese Testaktion ins Leben gerufen und organisiert zu haben. Die Möglichkeit, alle Geräte für je 7 Tage ( Anmerkung BBSC: Es sind inzwischen 14 Tage bei allen Geräten) im Alltag testen zu können ist einmalig und vermittelt einem einen ganz anderen Einblick als ein kurzes „in-die-Hand-nehmen“ im Elektromarkt oder Handy-Shop, vor allem da selbst das bei den meisten Geschäften mangels Verfügbarkeit von Blackberry-Ausstellungsgeräten überhaupt nicht mehr möglich ist.

Zu Beginn meiner Testberichte möchte ich gerne erwähnen, dass ich von den aktuellen OS10 Geräten bereits das Z10, das Q10 und das Classic besessen habe und diese Geräte hier und da zu einem Vergleich heranziehen werde.

Begonnen habe ich die „Testphase“ mit dem derzeit günstigstem Blackberry, dem Q5. Zum einen, weil das Q5 zusammen mit dem Q10 als erstes Testgerät bei mir eintraf, zum anderen aber auch weil ich mich so wunderbar vom günstigen Einsteigergerät über die (gehobene) Mittelklasse Q10 und Z30 bis zum High-End-Gerät Passport „hocharbeiten“ kann.

Fangen wir also mit dem Q5 an, dessen 7 Tage Testzeit heute enden.

Viele Testberichte habe ich zum Q5 bereits gelesen, die meisten enden mit einem (unter)durchschnittlichem Ergebnis. Aber wieviel man auf die Testberichte der mehr oder weniger professionellen und meist stark Android- oder iOS-lastigen Blogs, Technikseiten und Zeitschriften geben sollte wissen Blackberry-User in der Regel nur zu gut. Ein positives Urteil aus einem dieser vielen Tests, ich weiß leider nicht mehr welcher es war, ist mir allerdings in Erinnerung geblieben: „Würde Apple ein iPhone mit Tastatur bauen, würde es wohl so aussehen!“. Das ist ein Kompliment an das Q5 welches ich schlicht und einfach nur bestätigen kann, das Design und die Form des Q5 sind einfach Top.

Leider hat Blackberry es versäumt dies auch in der Haptik umzusetzen denn das Gehäuse besteht aus ganz einfachem, billigem Kunststoff. Wer mal einen Eindruck davon haben möchte wie sich das Q5 anfühlt der kann einfach mal die Fernbedienung von seinem Fernseher in die Hand nehmen, die dürfte aus fast dem gleichen Kunststoff gefertigt sein und genau so fühlt sich das Q5 leider auch an. Das muss nicht heißen, dass der Kunststoff deswegen schlecht ist, von einem Gerät mit einer ehemals UVP von 400,00€ kann man aber ruhig eine etwas bessere „Anfass-Qualität“ erwarten, gerade von Blackberry.

Dass es bei noch viel günstigeren Geräten möglich ist, einen beinahe Handschmeichler zu bauen hat Nokia in der Vergangenheit mit seiner Lumia-Serie in „Polycarbonat“ gezeigt.

Da die Vorderseite des Q5 fast komplett von der Displayscheibe sowie der Tastatur eingenommen wird stört das Material hier weniger, der Rückseite (mit der man das Gerät ja in der Hand hält) hätte eine Matt-Soft-Haptik wie z. B. beim Lumia 800 aber sehr gut getan, das hätte das ganze Gerät wesentlich aufgewertet! Zur Displayscheibe sei gesagt, dass sich diese leider auch nicht nach Glas anfühlt sondern nach Kunststoff.

Das die Lautstärketasten sowie die SIM- und SD-Karten – Abdeckung aus dem gleichen simplen Kunststoff gefertigt sind und dabei auch noch leicht klappern verwundert daher schon gar nicht mehr weiter sondern zeigt dem Benutzer einmal mehr auf wo Blackberry hier den Rotstift angesetzt hat. Ich könnte dem ganzen immerhin noch etwas Gutes abgewinnen: während ich meine Smartphones in der Regel wie ein rohes Ei behandle, aus Angst es könnte was dran kommen, hatte ich beim Q5 stets das Gefühl ich könnte damit problemlos Bierflaschen aufmachen (keine Angst Sven, habe ich natürlich nicht getan). Man könnte damit also einfach wesentlich sorgloser umgehen, falls man das möchte. Für manche Menschen sicherlich auch ein Kaufgrund.

Endlich genug gemeckert? Nein, eins noch: der ON/OFF Knopf ist so platziert und hat so einen schlechten Druckpunkt, dass ich regelmäßig Probleme hatte damit das Gerät zu sperren. Wobei das auch wieder einen Vorteil hat denn wo das Q10 und das Classic mir schon öfter in der Hosentasche ausgegangen sind (z. B. in der Hocke beim Schuhe binden), weil man da scheinbar unbeabsichtigt den Knopf längere Zeit drückt, blieb das Q5 immer an. Und der unmögliche CE-Aufkleber mit der durchgestrichenen Mülltonne verschandelt die ganze Rückseite. Ich weiß, diese Kennzeichnung ist für die Hersteller Pflicht, trotzdem haben das andere Mitbewerber auch schon schöner hinbekommen bzw. Blackberry selbst hat es beim Classic auch besser gelöst. Immerhin lässt sich dieser Aufkleber scheinbar entfernen (ich habe es an einer Ecke mal probiert, aber den Aufkleber natürlich dran gelassen, keine Angst Sven).

Genug der Kritik, kommen wir mal zu dem Positiven und da fangen wir direkt mal mit dem Display an, welches in Größe und – soweit mir bekannt – auch in Auflösung identisch ist mit dem des Q10. Jedenfalls werden auch kleine Schriften absolut scharf dargestellt und sind einwandfrei lesbar, es ist kein Treppcheneffekt erkennbar. Da es sich um ein LCD-Display handelt ist es zudem bauartbedingt wesentlich heller als das LED-Display des Q10 und das Weiß ist auch ein richtiges Weiß und kein Grauweiß, dafür ist der Schwarzwert, der Kontrast und die Blickwinkelstabilität nicht so gut wie bei einem LED, aber alles im Rahmen der üblichen LCD-Displays. Unterm Strich gibt’s am Display nichts zu bemängeln!

An der Tastatur wird ja oft bemängelt das die Tasten zu klein und schlecht bedienbar seien wegen der Abstände dazwischen. Dies konnte ich überhaupt nicht nachvollziehen, ich konnte auf der Tastatur ebenso schnell, treffsicher und nahezu blind schreiben wie auf der des Q10 oder Classic. Der Druckpunkt ist sogar wesentlich knackiger als bei den beiden teureren Brüdern. Die Tastatur des Q10 jedenfalls ist wesentlich, ich will nicht sagen schwammiger, sagen wir weicher. Letztendlich lässt sich auf beiden Tastaturen gleich gut schreiben, die des Q5 ist absolut nicht im Nachteil. Sie ist lediglich „härter“ und erzeugt dadurch beim Schreiben einen etwas höheren Geräuschpegel, aber alles noch im Rahmen, nicht störend (oder höchstens mal im stillen Wartezimmer einer Arztpraxis).

Der fest verbaute Akku hielt bei mir einen guten Arbeitstag durch, morgens um 6.00 vom Netz genommen und abends gegen 20.00 konnte ich Ihn dann so langsam wieder anschließen. Ich habe 2 Email-Konten, 1 Facebook-Account, 1 Twitter-Account, Whatsapp und natürlich den BBM mit immerhin 17 Gruppen am laufen und außerdem jeden Tag ca. 1 Stunde telefoniert. Dafür ist das ein guter Wert denke ich.

Und wo wir schonmal beim Telefonieren sind, die Sprachqualität ist – auch über den Lautsprecher – Blackberry-typisch auf hohem Niveau und somit weit besser als bei den meisten Geräten der Konkurrenz. Der Gesprächspartner kommt immer ganz klar und verständlich rüber und konnte das Gleiche auch von mir sagen. Bei meinem ersten Telefonat mit dem Q5 hat sich das Gerät allerdings aufgehangen, das Gespräch war beendet aber auf dem Q5 blieb der Screen vom Telefonat stehen und liess sich auch nicht mehr bewegen. Nur ein Neustart mache das Q5 wieder gangbar, allerdings liess sich dieser Fehler während meiner Testzeit nicht mehr reproduzieren.

Der Netzempfang (E-Netz) war durchweg sehr gut, ich hatte immer und überall vollen Empfang und dort wo es verfügbar war auch stets beste H- bzw. LTE-Verbindungen. Auch den WLAN-Empfang kann ich als sehr gut bewerten und die Bluetooth-Verbindung mit meinem Ford funktionierte ebenso einwandfrei. In Sachen Verbindungen also alles im grünen Bereich und es hat, um es nochmal extra zu erwähnen, LTE!

Auf das Betriebssystem möchte ich nicht weiter eingehen, da es ohnehin bei allen OS10-Geräten mehr oder weniger gleich ist und daher jedem Blackberry-User weitestgehend bekannt sein sollte und da das Update auf 10.3 während meiner Testphase noch nicht erhältlich war gibt es auch an dieser Stelle nichts Neues zu berichten. Tolle Blackberry-Eigenschaften wie den Hub z. B. brauche denke ich hier nicht weiter erläutern.

Bleibt eigentlich nur noch etwas zur Kamera zu sagen. Diese löst mit 5MP auf, dementsprechend niedrig waren meine Erwartungen, was sich auch bestätigte. Ich bin kein Fotografie-Experte und kann daher nicht mit Fachwörtern wie Weißabgleich oder Bildrauschen glänzen. Ich kann nur für mich entscheiden ob die Fotos für mich gut oder schlecht sind und die Fotos die das Q5 schießt würde ich dann eher als schlecht bewerten. Das Galaxy S3 Mini mit ebenfalls 5MP macht jedenfalls sichtbar bessere Bilder bei einer weit niedrigeren UVP. Die Kamera des Q5 reicht für Schnappschüsse die man auf Facebook etc. hochlädt, aber bei weitem nicht um diese in üblicher Größe für das Fotoalbum auszudrucken. Ich finde, hier hätte man auch bei 5MP einfach mehr raus holen können, gerade bei einer UVP von 400,00€.

Mein Fazit:

Das Q5 ist ein solides Gerät mit guten Noten in der Pflicht aber Abzügen in der Kür. Es hat wirklich Spaß gemacht, damit zu „arbeiten“ für 7 Tage. Vielleicht auch für etwas länger aber für 1 oder 2 Jahre wöllte ich es nicht als First Device haben. Da der Trend aber ohnehin zum Zweit-, Dritt- und teilweise sogar Viertgerät geht wird es doch wieder interessant. Blackberry hat hier viel Potenzial verspielt, ein Gehäuse aus einem anderen, besseren Material und eine etwas bessere Kamera und das Q5 würde direkt viel besser dastehen!

Ich empfehle das Q5 daher nur absoluten Einsteigern die finanziell nicht mehr aufbringen können oder als Zweitgerät für Blackberry-User die hauptsächlich bereits ein (höherwertiges) Blackberry besitzen (Beispiel: wer nimmt schon gerne sein Passport mit auf´s Oktoberfest oder auf die Baustelle), wer also ein robustes Gerät sucht ohne Angst haben zu müssen wenn mal eine Macke dran kommt. Denn die Blackberry-Grundlagen erfüllt das Q5 voll und ganz.

Zwischenzeitlich ist das weiße Q5 neu bei Amazon immer mal für um die 160,00€ erhältlich, das ist ein Preis der dem Gerät gerecht wird und bei dem ich zuschlagen würde wenn ich eines suchen würde.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit “

Danke nochmals Fabian. Wir freuen uns auf die nächsten Erfarungsberichte von euch die wir natürlich auch gerne an dieser Stelle veröffentlichen.