Nutzung (offener) Wlan im Ausland, im Urlaub, auf Geschäftsreisen und unterwegs in Deutschland nach Aufhebung der Störerhaftung.

Immer wenn ich im Ausland unterwegs bin, überkommt mich ein Groll auf das analoge, rückständige Deutschland im Bereich der IT und besonders der mobilen Datennutzung bzw. mobiler Geräte.


Nicht nur, dass meist die Kosten für viele GB viel niedriger als bei uns sind, sondern insbesondere die selbstverständliche und kostenlose Nutzung der allerorten verfügbaren (offenen) Wlan-Netze ist eine Wohltat. Der ungezwungene und selbstverständliche Umgang mit den „neuen“ Medien ist erfrischend und macht Spaß. Während es in Deutschland wichtiger ist erst mal gegen alles zu sein, alles zu verhindern, zu verklagen und zu verteufeln, laufen uns ganze Kontinente der angeblich Dritten Welt gnadenlos davon! Stillstand ist Rückschritt – das zeigt sich hier erschreckend und besonders.

Erst vor wenigen Tagen wurde die bisher in Deutschland geltende Störerhaftung beseitigt bzw. soll zum Herbst wegfallen. Warum nicht sofort? Allein das zeigt, wie schwer sich die alten, analogen Politiker mit ihrem Lobbydenken und ihrer Wirtschatfshörigkeit in De tun.
Hinzu kommt, dass auch weite Teile der Bevölkerung offensichtlich panische Ängste davor haben, Dienste wie Facebook, Twitter, Instagram etc. aktiv zu nutzen. Während man im Ausland ausdrücklich gebeten (!) wird seine Erfahrungen in Geschäften oder bei Händlern inkl. Text und Bild zu posten, wird man in Deutschland genau dafür erst mal verklagt oder abgemahnt oder zumindest vor Ort böse angeredet wenn man Fotos macht oder offen mit Smartphones arbeitet um Geschäfte oder Stände festzuhalten. Selbsterfahrung! Viele Händler haben nicht erkannt welches Potential darin steckt … Traurig, traurig 🙁
Natürlich besteht eine gewisse Grundgefahr, wenn man sich ungeschützt in offenen und fremden Wlan bewegt. Man weiß ja schließlich nie, wer das Wlan wirklich betreibt und welche Protokolle im Hintergrund mitlaufen. Allerdings gibt es genau dafür ganz einfache Lösungen die von kostenlos bis teuer zu haben sind. Entweder man nutzt eine VPN-App eines Dienstes seines Vertrauens – da bekommt man oft die ersten 500MB bis teils 2GB/ Monat kostenlos! Oder man konfiguriert sich selbst einen VPN-Zugang über den heimischen Router und kann weltweit darüber surfen. Bei allen Lösungen ist es völlig unerheblich welches mobile Betriebssystem wir nutzen. Es gibt für alle entweder eine native App oder man trägt die VPN-Zugangsdaten direkt im Menü des Gerätes ein. Schwupps, schon sieht kein Wlan-Betreiber mehr irgendwelche verwertbaren Daten … Wir surfen durch einen hoch verschlüsselten Tunnel.VPN
Dieses VPN kann man auch für Tablets und Notebooks bzw. Laptops verwenden. Ohne Rangfolge oder Wertung seien hier genannt:
hide.me,
HSS Elite,
F-Secure,
ibVPN,
PureVPN
usw.
Je nach Plan bzw. Bedarf kann man ein oder mehrere Geräte gleichzeitig betreiben und bis zu einem bestimmten Nutzungsverhalten sogar kostenlos nutzen. Die Apps dazu gibt es entweder im App-Store der Betriebssystemhersteller (Apple, Google, Microsoft) oder man erhält die Zugangsdaten und die Konfigurationsanleitung direkt beim Betreiber.

Als Beispiel findet ihr HIER  die Anleitung für Blackberry OS10 und den Anbieter hide.me.
Unabhängig von der Verwendung eines VPN sollte man als Nutzer aber immer, egal ob auf einem mobilen Gerät oder am heimischen Rechner, so selbstverständliche Absicherungen wie SSL/TLS für den E-Mail-Abruf (Konfiguration in den Einstellungen für Mail) oder einen extra Browser mit abgeschalteten Skripten für das Homebanking benutzen, den man auch nur dafür verwendet.  Mozilla Firefox mit dem Add-On „NoScript“ (einmalig installieren unter „Extras“ – „Add-ons“) ist nur eine Möglichkeit. Alternativ gibt es auch Programme einzelner Banken oder Sparkassen genau dafür. Dann ist für solche Anwendungen ein VPN nicht mehr unbedingt erforderlich, ich empfehle es allerdings trotzdem.